Immer die passende Antwort parat

Neben der eigentlichen Projektplanung spielt bei Großprojekten wie der Ausbaustrecke 38 auch die Öffentlichkeitsarbeit eine zentrale Rolle. „Wir treten mit Anwohnern, Gemeinden und Pendlern in den Dialog. Wir beziehen sie von Anfang an in unsere Planungen mit ein“, erklärt Wibke. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Alexandra, Stefanie und Isabelle ist ihr die Öffentlichkeitsbeteiligung der ABS 38 eine echte Herzensangelegenheit.

Als Kommunikatoren bilden die vier so etwas wie die Schnittstelle zwischen dem Projektteam der ABS 38 und der Öffentlichkeit. „Damit wir unseren Job machen und die Fragen der Leute beantworten können, müssen wir immer auf dem neuesten Stand sein“, sagt Alexandra. Das bedeutet, dass die vier regelmäßig an den Planungsrunden der einzelnen Projektabschnitte teilnehmen oder sich in Terminen mit den Projektleitern austauschen. Mit diesem Wissen können sie nach Absprache mit den zuständigen Projektleitern Fragen beantworten, die Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel an die Kontaktadresse abs38@deutschebahn.com gesendet haben oder die Website www.abs38.de auf den aktuellen Stand bringen. Regelmäßig versenden sie auch einen Newsletter, der die Abonnenten über die neuesten Entwicklungen bei der ABS 38 informiert. In Zusammenarbeit mit einer Agentur entwirft das Team Kommunikation zudem Informationsmaterialien, wie Flyer oder Poster rund um die ABS 38.

„Wir möchten Anwohnern ihre Bedenken nehmen“

Diese Informationsmaterialien werden insbesondere für Veranstaltungen mit Bürgerinnen und Bürgern verwendet, die die vier Kommunikatorinnen regelmäßig entlang der Strecke organisieren. Auch mit den anliegenden Gemeinden stehen sie im regen Austausch und nehmen beispielsweise an Gemeinderatssitzungen teil. „Zu den Informationsveranstaltungen oder Gemeinderatssitzungen nehmen wir dann immer die zuständigen Projektleiter mit, denn die kennen schließlich die Planungen besser als wir“, erklärt Stefanie. „Unsere Aufgabe ist es, Informationsabende zu organisieren und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.“ Mit den Projektleitern machen die Kommunikationsexpertinnen auch gerne mal ein Training, um sie auf die öffentlichen Auftritte vorzubereiten. „Bahn-Deutsch kann für Außenstehende ganz schön kompliziert sein, ganz zu schweigen von den vielen technischen Fachbegriffen in der Projektplanung“, so Isabelle. Denn genau das ist das Entscheidende: Die Öffentlichkeit soll verstehen, wie der aktuelle Planungsstand ist und wo die Gleise künftig verlaufen werden. „Wir möchten mit den Anwohnern und Gemeinden sprechen, ihre Fragen beantworten und ihnen ihre Bedenken soweit wie möglich nehmen“, erklärt Alexandra.

Konkrete und transparentere Kommunikation mit 3D

Modernste Technologien eröffnen auch für die Kommunikation neue Möglichkeiten in der Öffentlichkeitsbeteiligung: Je konktreter die Planung für den Ausbau wird, um so besser kann auch visuell dargestellt werden, wie die ABS 38 mit einem zweiten Gleis und elektrifiziert einmal aussehen kann. Dank 3D-Visualisierungen können kann sich die Bevölkerung bald selbst ein Bild von den Planungen machen und sehen, wie sich die ABS 38 in die Umgebung einfügen wird. „Das hilft uns bei unserer Arbeit enorm. Bislang konnten wir immer nur mit 2D-Plänen zu Infoveranstaltungen gehen. Auf den ersten Blick erkennt da ein Fachfremder erst einmal gar nichts. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir während der Planung immer detailliertere Visualisierungen im InfoCenter und auf unserer Website zur Verfügung stellen können", erklärt Wibke. Mit den Visualisierungen wird das Projekt konkreter und transparenter.

Mit der Lärmstele kann beispielsweise der Effekt von Flüsterbremsen simuliert werden. (c) DB Netz AG

Eine Anlaufstelle für alle Interessierten

Ende 2019 wurde zudem ein InfoCenter in Mühldorf eröffnet, in dem sich Interessierte jeden Donnerstagnachmittag über die Ausbaustrecke München-Mühldorf-Freilassing informieren können. Dort können Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen direkt an Projektmitglieder richten. „Ja, das InfoCenter war mein persönliches Großprojekt“, lacht Alexandra. Sie hat im vergangenen Jahr den Bau des Gebäudes sowie die Gestaltung der Ausstellungsfläche koordiniert. In Zusammenarbeit mit einer Grafikdesign-Agentur entstand so eine über 80 Quadratmeter große Ausstellungsfläche mit einer Virtual-Reality-Ecke und einem Schallsimulator. „Mit der Schallsimulation können wir Anwohnern die Wirkung von Schallschutzwänden und Flüsterbremsen demonstrieren“, sagt Isabelle. „Dadurch bekommen sie eine bessere Vorstellung von moderner Schallschutztechnik.“ Außerdem gibt es Informationswände zu Themen wie Elektrifizierung, Naturschutz und Großprojektplanung bei der Deutschen Bahn.“ Das InfoCenter in Mühldorf liegt im Herzen der ABS und genau das soll es auch sein: Ein Ort an dem wir als Projektteam mit den Bürgern in den Dialog treten können.“

Dank modernster VR-Technologie können Besucher im InfoCenter sich schon jetzt ein Bild von der Strecke machen. (c) DB Netz AG

Das Gesicht der ABS 38

Einen typischen Arbeitstag gibt es im Team Kommunikation nicht. Kaum ein Tag ist wie der andere. Regelmäßig sind Isabelle, Stefanie, Wibke und Alexandra entlang der Strecke „im Einsatz“. Immer wieder gibt es neue Herausforderungen zu meistern. Doch genau das ist es, was den Kommunikatorinnen an ihrer Aufgabe gefällt. „Wir möchten, dass die Bevölkerung die ABS 38 versteht, dass wir als Bahn für sie, die Region, für uns alle bauen. Und wir möchten der ABS 38 ein Gesicht geben und zeigen, dass hinter diesem Projekt ganz normale Menschen stecken.“

Aber Gesichter können sich auch mal verändern. Stefanie und Isabelle sind seit Anfang 2020 neu im Team Kommunikation. Dafür nutzt Wibke ihr Wissen aus dem Großprojekt ABS 38 ab Frühjahr 2020 im Team des Konzernbevollmächtigten des Freistaats Bayern. Dort wird sie weiterhin Infrastrukturthemen, wie die ABS 38, inhaltlich betreuen und auch eng mit den Kommunalpolitikern zusammenarbeiten. Gemeinsam mit Alexandra werden die neuen Kolleginnen neue Ideen für die Kommunikation der ABS 38 umsetzten.