Mehr als 60 Kilometer Schallschutz für Südostbayern

    • Über 80 Millionen Euro für aktiven und passiven Schallschutz geplant
    • Mehr als 40 Prozent der Ausbaustrecke erhalten aktive Schutzmaßnahmen


Zum bundesweiten „Tag gegen Lärm“ resümiert das Projektteam der ABS 38, wie viel Schallschutz nach derzeitigem Planungsstand an der Bahnstrecke zwischen München und Freilassing vorgesehen ist. Mit dieser Investition sollen an der Strecke lebende Menschen nachhaltig entlastet werden.

Am heutigen „Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day“ (28. April) stehen nachhaltige Maßnahmen zur Reduzierung von Lärm im Fokus. Auch bei der Ausbaustrecke München–Mühldorf–Freilassing, kurz ABS 38, spielt dies eine große Rolle. „Neben einer starken Schiene für mehr klimafreundlichen Verkehr ist es wichtig, dass die Anwohnerinnen und Anwohner an der Strecke ebenfalls von dem Ausbau profitieren. Zu ihrem Schutz ist vor allem an Bahnhöfen und Haltepunkten im Bereich von Gemeinden eine Kombination aus aktiven und passiven Maßnahmen vorgesehen“, betont Klaus-Peter Zellmer, Leiter der ABS 38.

Aktive Maßnahmen in Form von Schallschutzwänden wurden bereits an knapp 15 Kilometern der insgesamt 145 Kilometer langen Ausbaustrecke umgesetzt. Weitere Schallschutzwände sind derzeit an über 30 Kilometern Gleisen geplant. Zudem sollen rund 15 Kilometer der Strecke mit einem besonders überwachten Gleis als weitere aktive Schallschutzmaßnahme ausgestattet werden. Passive Maßnahmen wie Schallschutzfenster an Gebäuden nahe der Bahnstrecke konnten in der aktuellen Planungsphase erst für einige Streckenabschnitte definiert werden. Sie werden mit voranschreitender Planung weiter konkretisiert.

Wo an der Strecke solche Maßnahmen notwendig sind, um die in der 16. Bundes-Immissionsschutzverordnung festgelegten Grenzwerte einzuhalten, ermitteln externe Gutachter. Für Wohngebiete sind diese beispielsweise tagsüber mit einem gewöhnlichen Gespräch und nachts mit leiser Radiomusik aus einem Meter Entfernung zu vergleichen.

Seit Ende 2020 sind Güterzüge mit Flüsterbremsen aus Verbundstoff ausgerüstet. Die Folge: ihr Schall reduziert sich um zehn Dezibel. Das entspricht einer gefühlten Halbierung des Lärms. Zusammen mit immer moderneren Fernverkehrszügen und Elektro- statt Dieselzügen, die nach dem Ausbau auf der Strecke fahren können, kann es künftig also trotz mehr Verkehr leiser werden. Denn die Deutsche Bahn ist sich ihrer Verantwortung für das Klima, die Menschen und die Wirtschaft bewusst. Gemeinsam mit dem Bund verfolgt sie bis 2030 das Ziel, die Hälfte aller Anwohner:innen an Bahnstrecken von Schall durch Schienenverkehr zu entlasten. Das sind mehr als 800.000 Menschen, die künftig davon profitieren.

Weitere Informationen zum Thema Schallschutz bei der Deutschen Bahn gibt es in diesem Video und im Lärmschutzbericht 2020.

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